Kei Cars

Japanische Kleinstwagen (Kei Cars = Kei Jidosha) werden steuerbegünstigt, wenn sie bestimmte Spezifikationen einhalten:

Wichtige technische Daten der Kei Cars
Zeitraum Hubraum bis Gesamtlänge bis Gesamtbreite bis Gesamthöhe bis
08.07.1949 bis 25.07.1950 2-Takt: 100 cm3
4-Takt: 150 cm3
2.800 mm 1.000 mm 2.000 mm
26.07.1950 bis 15.08.1951 2-Takt: 200 cm3
4-Takt: 300 cm3
3.000 mm 1.300 mm 2.000 mm
16.08.1951 bis 03.04.1955 2-Takt: 240 cm3
4-Takt: 360 cm3
3.000 mm 1.300 mm 2.000 mm
04.04.1955 bis 31.12.1975 360 cm3 3.000 mm 1.300 mm 2.000 mm
01.01.1976 bis nn.03.1990 550 cm3 3.200 mm 1.400 mm 2.000 mm
nn.03.1990 bis 30.09.1998 660 cm3 3.300 mm 1.400 mm 2.000 mm
01.10.1998 bis .... 660 cm3 3.400 mm 1.480 mm 2.000 mm

Honda bot mit dem ersten vierrädigen Fahrzeug, dem T 360, von Anfang an auf dem einheimischen Markt Fahrzeuge in dieser Klasse an und war damit sehr erfolgreich. Der Marktanteil des N 360 aus dem Jahre 1967 gegenüber den Konkurrenz-Modellen wie Suzulight, Daihatsu Miset, Subaru 360, Mazda Coupé betrug Ende der 60er Jahre rund 30 %. Auch Hondas erster Sportwagen sollte ein Kei Car werden: Der Prototyp, der S 360, entsprach den damaligen Spezifikationen.

Aus der N-Serie gab es einen Nachfolger für den Transporter T 360, den TN 360. Auch für die Kombis der ersten automobilen Baureihe Hondas, die allerdings keine Kei Cars waren, bot die N-Serie einen Nachfolger, den LN 360, der den Kei Car Spezifikationen entsprach. Auf der Basis des TN 360 wurde zwischen 1970 und 1973 ein Freizeitgefährt namens Vamos angeboten, das dem Zeitgeist der Hippie-Generation entsprungen zu seien scheint - so ähnlich, wie der VW Kübelwagen. Das eigenwillig gestylte Z Coupé von 1970 setzte als Sportwagen im Rahmen der N-Serie die Reihe der Kei Cars fort und bildet gleichzeitig das Bindeglied zum Life von 1971, der nach der "Palastrevolution" um Luft- oder Wasserkühlung zwischen Soichiro Honda und seinen Technikern der erste wassergekühlte Honda nach der N-Serie war und den Weg für den Civic von 1972 bereitete, der wiederum Hondas Welterfolg als Automobil-Hersteller möglich machte.

Die Life-Baureihe umfaßte eine 2- und eine 4-türige Limousine und zwei Kombis sowie Hondas ersten Bus namens Life Step Van und einen Pick-up. Während die Limousinen und Kombis nur bis 1974 gebaut wurden, blieben der Bus und der Pick-up bis 1975 im Programm.

Von 1974 bis 1985 baute Honda nur Transporter und Busse als Kei Cars.

Erst mit dem Today erschien 1985 wieder ein Pkw als Kei Car. Sein fortschrittliches Design paarte Honda allerdings mit dem nicht mehr zeitgemäßen, weil leistungsmäßig hinter der Konkurrenz zurückbleibenden Motor des TN-Acty.

Deshalb gelangte bereits 1988 die zweite Generation des Today mit einem neuen 3-Zylinder-Motor auf den Markt. Auch äußerlich wurde der Today modernisiert und erhielt das damalige Honda "Familiengesicht".

Aufgrund der im Jahre 1990 geänderten Rahmenbestimmungen für Kei Cars mußte der Today schon bald überarbeitet werden. Eine geänderte Front - vor allem durch größere Stoßfänger - und ein größerer Motor waren das Ergebnis der Anpassungen. Zusätzlich bot Honda diesen Today mit Allrad-Antrieb an.

Das schicke Beat Cabriolet aus dem Jahre 1991 basiert auf diesem Today, erhielt aber einen Hochleistungs-Motor.

In die dritte Generation des Today aus dem Jahre 1993 wurde dieser Motor auf Wunsch ebenfalls eingebaut. Auch sonst blieb es aus technischer Sicht bei Überarbeitungen, neu war vor allem die Karosserie, von der es eine zwei- und eine viertürige Variante gab. Die dadurch eingeschränkte Möglichkeit zum Beladen des Kofferraums wurde 1996 durch zwei völlig neue Karosserien mit drei bzw. fünf Türen aufgehoben.

1997 stellte Honda nach 23 Jahren wieder ein Modell namens Life vor, das aufgrund der Änderung der Beschränkung für die Gesamtlänge für Kei Cars bereits ein Jahr später durch einen größeren Life ersetzt werden mußte.

Im Jahr 1998 gelangte erneut ein Z auf den Markt, der aber erst mit Erscheinen des Turbo-Motors als Sportwagen bezeichnet werden kann, da er aufgrund seines Unterflurmotors einem SUV ähnlicher sieht, als einem Coupé.

Ab dem Jahre 2000 gab es den Life zwecks Leistungssteigerung auch mit einem Turbo-Motor unter dem Namen Life Dunk.

Die Flotte der Honda Kei Cars ergänzte ab 2002 ein Microvan, der die auf der Tokyo Motor Show des Jahres 2001 aufgeworfene Frage, was mindestens ein Auto sei, beantwortete: That's.

2003 wurde der Life überarbeitet und erhielt neben einer geräumigeren Karosserie, die ihn eher zum Micorvan machte, auch die neue Motoren-Generation mit doppelten Zündkerzen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes.

Auf der Basis des Life entwickelte Honda einen weiteren Microvan, der ab dem Jahre 2006 unter dem Namen Zest angeboten wurde.