Luft oder Wasser ?
Honda am Scheideweg

Die anfänglichen Erfolge auf dem Vierrad-Sektor mit dem T 360 und den Modellen der S-Serie waren selbstverständlich nicht das endgültige Ziel Soichiro Hondas. Er wollte Großserien-Hersteller werden. Dazu mußte ein populäres Fahrzeug für die automobilen Massen entwickelt werden.

Wie viele Hersteller vorher, so versuchte sich Honda zunächst an einem Kleinstwagen. Das lag in Japan zum einen wegen der Straßenverhältnisse, zum zweiten wegen des finanziellen Potentials der Käufer und schließlich wegen der steuerlichen Bevorzugung der Kei Cars nahe. Soweit der firmenstrategische Hintergrund für die Entwicklung der N-Serie.

Daß der N 360 einen luftgekühlten Motor erhielt, hat einen technologischen Hintergrund, der auf Überlegungen Soichiro Hondas zurückgeht. Und der kommerzielle Erfolg gab Honda scheinbar recht:

Folgerichtig folgt dem Kleinstwagen 1968 die sportliche Mittelklasse-Limousine Honda 1300 mit luftgekühltem 1,3-ltr.-Motor. Technische Leckerbissen aus dem Rennwagenbau wie eine Trockensumpf-Schmierung, Drehzahlen von über 8.000 bei der maximalen Leistung von 100 PS, eine Liter-Leistung von immerhin 77 PS und das neue DDAC (= Duo-Dyna-Air-Cooling) genannte Kühlsystem, das die sonst übliche Geräuschkulisse bei einer Luftkühlung auf das Niveau einer Wasserkühlung reduzierte, waren die Kennzeichen dieser höchsten Evolutionsstufe der luftgekühlten Honda-Motoren. Eine Coupé-Version erschien kurz darauf - um den ausgebliebenen kommerziellen Erfolg der neuen Modellreihe doch noch zu ermöglichen.