Schul-Sachen-Verteilerseite Aufgaben-Hilfe
Dritte
Klas-
sen-
arbeit
in der
HH2b
Schul-
jahr
2004/
2005

Ergebnisse

Aufgabe 1:
Ein Bausparvertrag mit einer Vertragssumme von 200.000,00 EUR wird durch einmalige Zahlung von 20.000,00 EUR und jährliche vorschüssige Einzahlungen von 7.500,00 EUR angespart. Das Guthaben wird mit 3,5 % verzinst.
a. Am Ende welchen Jahres beträgt das Guthaben mindestens 50 % der Bausparsumme?
(8 Punkte)

Gegeben/gesucht beim Ansparen:

K0 = 20.000 EUR
r = 7.500 EUR
vorschüssig
p = 3,5 %
n = ?
En = 100.000 EUR

Anzuwendende Formel: En = K0 * qn + {[r * q * (qn - 1)] / (q - 1)}

100.000 = 20.000 * 1,035n + {[7.500 * 1,035 * (1,035n - 1)] / (1,035 - 1)} * 0,035
3.500 = 700 * 1,035n + [7.500 * 1,035 * (1,035n - 1)] ausmultiplizieren
3.500 = 700 * 1,035n + 7.762,5 * 1,035n - 7.762,5 + 7.762,5 und ausrechnen
11.262,5 = 8.462,5 * 1,035n / 8.462,5
1,3308... = 1,035n log
log (1,3308...) = log (1,035n) 3. Logarithmen-Gesetz
log (1,3308...) = n * log (1,035) / log (1,035)
n = 8,308...  

Am Ende des neunten Jahres ist bereits mehr als die Hälfte der Bausparsumme angespart.

b. Nach Zuteilung des Vertrags (= Erreichen von 50 % der Bausparsumme) wird ein Bauspardarlehen von 50 % der Vertragssumme zu 5 % ausgezahlt. Durch Zahlungen von Annuitäten in Höhe von 12.000,00 EUR jeweils am Jahresende soll es getilgt werden. Erstelle für die ersten drei Jahre einen Tilgungsplan. Der Tilgungsplan soll für jedes Jahr Zinsen, Tilgung, Annuität und Restschuld am Ende des Jahres ausweisen.
(6 Punkte)

Jahr

Zinsen

Tilgung

Annuität

Restschuld

1

5.000,00

7.000,00

12.000,00

93.000,00

2

4.650,00

7.350,00

12.000,00

85.650,00

3

4.282,50

7.717,50

12.000,00

77.932,50

c. Nach wieviel Jahren ist die Schuld ausgeglichen?
(5 Punkte)

Gegeben/gesucht beim Darlehen:

K = 100.000 EUR
A = 12.000 EUR
p = 5 %
n = ?

anzuwendende Formel: A = T1 * qn

12.000 = 7.000 * 1,05n / 7.000
1,7142... = 1,05n log
log (1,7142...) = log (1,05n) 3. Logarithmen-Gesetz
log (1,7142...) = n * log (1,05) / log (1,05)
n = 11,047...  

Die Schuld ist nach 12 Jahren getilgt.

d. Durch welchen Betrag könnte die Schuld 15 Jahre nach Abschluß des Bausparvertrages (!) als Sondertilgung getilgt werden?
(8 Punkte)

Gesucht ist die Restschuld nach 6 Jahren.

Anzuwendende Formel:
K = [T1 * (qn - 1)] / (q - 1)

K6 = [7.000 * (1,05^6 - 1)] / (1,05 - 1) = 47.613,389...

Also: Restschuld = 100.000,00 - 47.613,39 = 52.386,61 EUR

Die Sondertilgung müßte 52.386,61 EUR betragen.

 
Aufgabe 2: (21 Punkte)
Es sei f(x) = x³ -6x² +11x -6.
a. Zeige, daß der Graph die x-Achse bei x = 1 schneidet und bestimme weitere Nullstellen.
(7 Punkte)

f(1) = 1 - 6 + 11 - 6 = 0
Also ist x = 1 eine Nullstelle von f.

Also ist (x - 1) ein Linearfaktor.

(x3 -6x2 +11x -6) : (x - 1) = x² - 5x + 6
-(x3 -x²)        


       
  -5x2 +11x      
  -(-5x2 +5x)      
 

     
    +6x -6    
    -(6x -6)    
   

   
      0    

x² - 5x + 6 = 0
x1;2 = 5/2 ± sqr(25/4 - 24/4)
x1 = 3
x2 = 2

b. Bilde die erste, die zweite und die dritte Ableitung der Funktion.
(3 Punkte)

f'(x) = 3x² -12x +11

f''(x) = 6x -12

f'''(x) = 6

c. Bestimme den Wendepunkt des Graphen.
(6 Punkte)

Ansatz:
f''(x) = 0 und f'''(xw) <> 0

6x - 12 = 0 + 12
6x = 12 / 6
x = 2  

Da f'''(2) = 6 <> 0, ist x = 2 Wendestelle von f.

x = 2 ist Nullstelle von f, also:

Wendepunkt (2;0)

d. Wie lautet die Gleichung der Tangente im Punkt (-1;f(-1))?
(5 Punkte)

f(-1) = -1 - 6 - 11 - 6 = -24

f'(-1) = 3 + 12 + 11 = 26

Punkt-Steigungs-Form:
(y + 24) / (x + 1) = 26
y + 24 = 26x + 26
y = 26x + 2

e. Die Tangente an den y-Achsen-Abschnitt einer weiteren Funktion dritten Grades bei y = 4 verlaufe waagerecht. Gleichzeitig befinde sich im Punkt W(1;2) ein Wendepunkt. Stelle das zugehörige Gleichungssystem auf.
(8 Punkte)

[Ableitungen der Normalform:
f'(x) = 3ax² + 2bx + c
f''(x) = 6ax + 2b
f'''(x) = 6a]

  ax3 +bx2 +cx +d = f(x)  
W(1;2) a +b +c +d = 2 (1)
f''(1) = 0,
weil W Wendepunkt
6a +2b     = 0 (2)
Y(0;4)       d = 4 (3)
f'(0) = 0,
weil Tangente durch Y waagerecht
    c   = 0 (4)
 
Aufgabe 3:
Ein Industriebetrieb, der in einer Marktnische als Monopolist agieren kann, besitzt eine näherungsweise ermittelte Gesamtkostenfunktion von K(x) = 0,5x³ -8x² +48x +100. Die zugehörige Nachfragefunktion (Preis-Absatz-Funktion) lautet p(x) = -8x +100. 1 ME sei 1.000 Stück. 1 GE sei 1.000,00 EUR.
a. Bestimme den ökonomisch sinnvollen Definitionsbereich.
(2 Punkte)

Die kleinste produzierbare Menge ist 0.

Ein Preis kleiner als Null ist in gar keinem Fall akzeptabel, daher liegt die größte produzierbare Menge vor, wenn p(x) = 0.
-8x + 100 = 0
-8x = -100
x = 12,5

Der ökonomisch sinnvolle Definitionsbereich liegt demnach zwischen 0 und 12.500 Stück.

b. Ermittle die Erlös- und Gewinnfunktion.
(4 Punkte)

Erlösfunktion:

E(x) = x * p(x) = -8x² + 100x

Gewinnfunktion:

G(x) = E(x) - K(x) = -8x² + 100x - (0,5x³ -8x² +48x +100) = -0,5x³ +52x -100

c. Ermittle die gewinnmaximale Ausbringungsmenge und den dazu gehörigen Maximalgewinn.
(10 Punkte)

Ansatz: G'(x) = 0 und G''(x) < 0

G'(x) = -1,5x² +52
G''(x) = -3x

-1,5x² +52 = 0
-1,5x² = -52
x² = 104/3
x1 = 5,8878...
x2 = -5,8878...

Da die zweite Lösung außerhalb des Definitionsbereichs liegt, ist nur die erste Lösung weiter zu untersuchen.

G''(5,8878...) = -3 * 5,8878... = -17,6635... < 0

Das Gewinnmaximum liegt bei x = 5.888 Stück.

G(5,888) = -0,5 * 5,888³ +52 * 5,888 -100 = 104,111806...

Der Maximalgewinn beträgt demnach 104.111,81 EUR.

d. Die Gewinnschwelle liegt bei xS = 2 ME und die Gewinngrenze bei xG = 9,0498756 ME. Skizziere in einem Koordinatensystem die Nachfragefunktion (Preis-Absatz-Funktion), die Erlösfunktion und die Gewinnfunktion. Beschrifte die Graphen und kennzeichne alle markanten Punkte.
(8 Punkte)

e. Erläutere kurz den Begriff der Grenzkosten im allgemeinen und ermittle sie für diese Produktion.
(4 Punkte)

Als Grenzkosten wird der Kostenzuwachs einer zusätzlich produzierten Mengeneinheit bezeichnet. Mathematisch gesehen handelt es sich um die erste Ableitung der Kostenfunktion: K'(x) = 1,5x² -16x + 48.

 
Aufgabe 4:
Diese Aufgabe ist mit den Instrumenten der Matrizenrechnung zu bearbeiten!

Ein Betrieb verarbeitet die Materialien M1, M2, und M3 zu den Zwischenprodukten Z1, Z2 und Z3 und diese Zwischenprodukte zu den Endprodukten E1, E2 und E3 gemäß folgender Stücklisten:

Stückliste 1:

Materialien

Z1

Z2

Z3

M1

2

4

5

M2

1

3

4

M3

6

2

5

Stückliste 2:

Zwischenprodukte

E1

E2

E3

Z1

1

2

4

Z2

3

2

6

Z3

7

2

1

a. Berechne die Materialkosten für je ein Stück der drei Endprodukte, wenn die Kosten der Materialien pro Stück 1,00 EUR für M1, 3,00 EUR für M2, und 0,50 EUR für M3 betragen.
(6 Punkte)

Berechnung der Produktionsmatrix:

Berechnung der Materialkosten je Endprodukt:

Die Materialkosten betragen für E1 186,50 EUR, für E2 83,00 EUR und für E3 135,50 EUR je Stück.

b. Die Fertigungskosten bei der Produktion der Zwischenprodukte betragen pro Stück 4,00 EUR für Z1, 3,00 EUR für Z2 und 11,00 EUR für Z3. Berechne die variablen Fertigungsstückkosten.
(3 Punkte)

Die Fertigungskosten betragen für E1 90,00 EUR, für E2 36,00 EUR und für E3 45,00 EUR je Stück.

c. Die Endprodukte können zu folgenden Preisen verkauft werden: 360,00 EUR bei E1, 376,00 EUR bei E2 und 344,00 EUR bei E3. Die Fertigungskosten bei der Produktion der Endprodukte betragen je Stück 38,00 EUR für E1, 42,00 EUR für E2 und 24,00 EUR für E3. Die Transportkosten der Zwischenprodukte von Produktionsstätte A nach Produktionsstätte B betragen je Stück 5,50 EUR für Z1, 55,00 EUR für Z2 und 9,50 EUR für Z3. Um wieviel Euro übersteigen die Verkaufserlöse die variablen Stückkosten?
(4 Punkte)

Der Überschuß beträgt für E1 40,00 EUR, für E2 160,00 EUR und für E3 130,00 EUR je Stück.

d. Die Wochenproduktion beträgt 500 ME von E1, 400 ME von E2 und 600 ME von E3. Ermittle den Wochengewinn, wenn 85.000 EUR Fixkosten zu berücksichtigen sind.
(4 Punkte)

Also beträgt der Wochengewinn 162.000 - 85.000 = 77.000 EUR.

e. Für die Erledigung eines Sonderauftrags wurden 1.680 Stück von M1, 1.260 Stück von M2, und 1.740 Stück von M3 benötigt. Wieviele Endprodukte wurden gefertigt?
(7 Punkte)

Lösung mit Hilfe des Gaußschen Algorithmus:

Tableau 1:

x1 x2 x3 y  
49 22 37 1.680 (1)
38 16 26 1.260 (2)
47 26 41 1.740 (3)

Tableau 2:

49 22 37 1.680 (1)
0 52 132 2.100 (2a)=38*(1)-49*(2)
0 -240 -270 -6.300 (3a)=47*(1)-49*(3)

Tableau 3:

49 22 37 1.680 (1)
0 52 132 2.100 (2a)
0 0 -17.640 -176.400 (3b)=-240*(2a)+52*(3a)

Aus (3b) folgt:
x3 = 10

Dies in (2a) eingesetzt ergibt:
52
x2 + 1.320 = 2.100
x2 = 15

Beides in (1) eingesetzt ergibt:
49
x1 +330 +370 = 1.680
x1 = 20

Von E1 konnten 20 ME, von E2 15 ME und von E3 10 ME hergestellt werden.

f. Aufgrund technischer Einschränkungen können die Endprodukte stets nur im Verhältnis 2 : 1 : 3 hergestellt werden. Ein Kunde fragt an, ob kurzfristig (also ohne Nachbestellung von Materialien) 12 ME von E1, 6 ME von E2 und 18 ME von E3 geliefert werden können. Das Lager teilt mit, daß von M1 1.384 Stück , von M2 2.888 Stück und von M3 1.604 Stück vorrätig sind. Kann der Auftrag angenommen werden?
(4 Punkte)

Ansatz:

Also ist zu prüfen:
(1): 98x + 22x +111x = 1.384 => 2x >= 12 ?
(2): 76x +16x +78x = 2.888 => x >= 6 ?
(3): 94x + 26x +123x = 1.604 => 3x >= 18 ?

(1):
231x = 1.384
x = 5,99...

Es fehlen einige Materialien M1, also kann der Auftrag nicht kurzfristig ausgeführt werden.

Fragen karlheinz@luk-korbmacher.de