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2007/
2008

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Lese bitte den folgenden Text und bearbeite bitte die nachfolgenden Aufgaben.
Ein Mensch lebt, damit er so lebt, wie er möchte. Er soll für sich selbst ein Warum finden. Jeder sollte das Warum selbst festlegen können und es sollte kein allgemeines Warum geben. Man könnte auch fragen, für was lebst Du, und er würde Dir einen Grund nennen und dieser Grund sollte das Warum sein. Das kann ein Ziel sein, etwas, was einem wichtig ist oder etwas (in den Augen anderer) belangloses. Die Hauptsache ist, daß dieses Warum für die Person selbst wichtig ist. Wir leben also nicht, um uns nach dem Warum zu fragen, sondern um uns einen Grund zu geben; zu sagen, warum nicht.
 
Aufgabe 1: (2 Punkte)
Wer gibt nach Ansicht des Autors dem Leben eines Menschen einen Sinn?
Jeder Mensch gibt seinem Leben einen Sinn.
 
Aufgabe 2: (2 Punkte)
Ist die Sinngebung für das Leben eines einzelnen Menschen nach der Vorstellung des Autors ein bewußter Akt?
Begründe bitte Deine Auffassung.
Die Sinngebung kann bewußt oder unbewußt erfolgen.

Die Formulierungen des Autors legen einerseits aufgrund der Wortwahl (z. B. "Er soll...") und andererseits aufgrund der Aussage ("Man könnte auch fragen...") die Vermutung nahe, daß der Autor eher davon überzeugt ist, daß nicht jeder Mensch die Sinngebung als bewußten Akt seines Denkens erlebt.

 
Aufgabe 3: (2 Punkte)
Welche Konsequenzen für das Leben in einer Gemeinschaft (z. B. Familie, Staat) sind aus der Ansicht, die die Forderung "jeder sollte das Warum selbst festlegen können und es sollte kein allgemeines Warum geben" in Verbindung mit der Aussage "ein Mensch lebt, damit er so lebt, wie er möchte" nahelegt, zu ziehen?
Da es in einer solchen Gemeinschaft keine allgemeingültige Sinngebung gibt, können von verschiedenen Mitgliedern der Gemeinschaft sich widerstrebende Sinngebungen existieren. Daher sind für das gemeinschaftliche Leben ethisch begründete Regeln für das Zusammenleben aufzustellen.
 
Aufgabe 4: (2 Punkte)
Welche Antwort gibt der Autor auf die Frage "warum leben wir Menschen"?
Der Autor gibt auf die Frage "warum leben wir Menschen" die Antwort: "Wir leben..., um uns einen Grund zu geben..." Damit entzieht er sich letztlich einer Antwort.
 
Aufgabe 5: (2 Punkte)
Ist die Auffassung des Autors mit religiösen und naturwissenschaftlichen Vorstellungen vom Warum und dem Sinn des Lebens vereinbar?
Begründe bitte Deine Antwort.
Mit religiösen Vorstellungen ist seine Auffassung nicht vereinbar, weil Religionen in der Regel als Begrüdung für das Leben einen Gott, der das Leben erschaffen hat, anführen und im Sinn des Lebens ein "gottgefälliges" Leben sehen.

Mit naturwissenschaftlichen Vorstellungen ist seine Auffassung vereinbar, weil die Naturwissenschaften üblicherweise die Frage nach dem Warum oder dem Sinn gar nicht stellen.

 
Aufgabe 6: (3 Punkte)
Welcher philosophischen Richtung (Schopenhauer, Nietzsche, Hesse) könnte die Auffassung des Autors am ehesten zugerechnet werden?
Begründe bitte Deine Antwort durch Vergleiche.
Mit Schopenhauer stimmt der Autor lediglich im Hinblick auf die Existenz von Zielsetzungen des einzelnen Menschen überein. Schopenhauers Vorstellungen vom end- und ziellosen Streben des Willens und der Erhaltung der Gattung finden sich nicht in den Aussagen des Autors.

Der Autor dürfte Nietzsche zustimmen wenn dieser fordert, daß jeder einzelne Mensch, wenn er auf seine Frage nach dem Warum seiner Existenz von anderen keine Antwort erhält, sich selbst einen Zweck, einen Sinn setzt. Da der Autor auch die Frage nach dem Warum für die Menschheit eigentlich nicht beantwortet, kann er sich sicherlich mit Nietzsches Vorgehen des Ausklammerns dieser Frage im Bezug auf das Leben des einzelnen Menschen anfreunden.

Ob der Autor das Leben wie Hesse als "sinnlos, grausam, dumm" bezeichnen würde, darf bezweifelt werden, da er - ähnlich wie Nietzsche - seine Ausführungen mit einem trotzigen "warum nicht" beendet. Er wird aber wahrscheinlich mit dem "dennoch prachtvoll" und der Aufforderung Hesses, die Sinnlosigkeit der Natur zu einem Sinn zu zwingen, übereinstimmen.

 
Aufgabe 7: (3 Punkte)
Kommentiere bitte die Auffassung des Autors.
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