Lese bitte den folgenden Text und
bearbeite bitte die nachfolgenden Aufgaben.
| Ein Mensch lebt, damit er so lebt,
wie er möchte. Er soll für sich selbst
ein Warum finden. Jeder sollte das Warum
selbst festlegen können und es sollte
kein allgemeines Warum geben. Man könnte
auch fragen, für was lebst Du, und er
würde Dir einen Grund nennen und dieser
Grund sollte das Warum sein. Das kann ein
Ziel sein, etwas, was einem wichtig ist
oder etwas (in den Augen anderer)
belangloses. Die Hauptsache ist, daß
dieses Warum für die Person selbst
wichtig ist. Wir leben also nicht, um uns
nach dem Warum zu fragen, sondern um uns
einen Grund zu geben; zu sagen, warum
nicht. |
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Aufgabe 1: (2 Punkte)
Wer gibt nach Ansicht des Autors dem Leben eines
Menschen einen Sinn? |
| Jeder Mensch gibt seinem Leben
einen Sinn. |
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Aufgabe 2: (2 Punkte)
Ist die Sinngebung für das Leben eines einzelnen
Menschen nach der Vorstellung des Autors ein
bewußter Akt?
Begründe bitte Deine Auffassung. |
| Die Sinngebung kann bewußt oder
unbewußt erfolgen. Die Formulierungen des
Autors legen einerseits aufgrund der Wortwahl (z.
B. "Er soll...") und andererseits
aufgrund der Aussage ("Man könnte auch
fragen...") die Vermutung nahe, daß der
Autor eher davon überzeugt ist, daß nicht jeder
Mensch die Sinngebung als bewußten Akt seines
Denkens erlebt.
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Aufgabe 3: (2 Punkte)
Welche Konsequenzen für das Leben in einer
Gemeinschaft (z. B. Familie, Staat) sind aus der
Ansicht, die die Forderung "jeder sollte das
Warum selbst festlegen können und es sollte kein
allgemeines Warum geben" in Verbindung mit
der Aussage "ein Mensch lebt, damit er so
lebt, wie er möchte" nahelegt, zu ziehen? |
| Da es in einer solchen
Gemeinschaft keine allgemeingültige Sinngebung
gibt, können von verschiedenen Mitgliedern der
Gemeinschaft sich widerstrebende Sinngebungen
existieren. Daher sind für das gemeinschaftliche
Leben ethisch begründete Regeln für das
Zusammenleben aufzustellen. |
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Aufgabe 4: (2 Punkte)
Welche Antwort gibt der Autor auf die Frage
"warum leben wir Menschen"? |
| Der Autor gibt auf die Frage
"warum leben wir Menschen" die Antwort:
"Wir leben..., um uns einen Grund zu
geben..." Damit entzieht er sich letztlich
einer Antwort. |
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Aufgabe 5: (2 Punkte)
Ist die Auffassung des Autors mit religiösen und
naturwissenschaftlichen Vorstellungen vom Warum
und dem Sinn des Lebens vereinbar?
Begründe bitte Deine Antwort. |
| Mit religiösen Vorstellungen ist
seine Auffassung nicht vereinbar, weil Religionen
in der Regel als Begrüdung für das Leben einen
Gott, der das Leben erschaffen hat, anführen und
im Sinn des Lebens ein
"gottgefälliges" Leben sehen. Mit
naturwissenschaftlichen Vorstellungen ist seine
Auffassung vereinbar, weil die
Naturwissenschaften üblicherweise die Frage nach
dem Warum oder dem Sinn gar nicht stellen.
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Aufgabe 6: (3 Punkte)
Welcher philosophischen Richtung (Schopenhauer,
Nietzsche,
Hesse)
könnte die Auffassung des Autors am ehesten
zugerechnet werden?
Begründe bitte Deine Antwort durch Vergleiche. |
| Mit Schopenhauer
stimmt der Autor lediglich im Hinblick auf die
Existenz von Zielsetzungen des einzelnen Menschen
überein. Schopenhauers Vorstellungen vom end-
und ziellosen Streben des Willens und der
Erhaltung der Gattung finden sich nicht in den
Aussagen des Autors. Der Autor dürfte Nietzsche
zustimmen wenn dieser fordert, daß jeder
einzelne Mensch, wenn er auf seine Frage nach dem
Warum seiner Existenz von anderen keine Antwort
erhält, sich selbst einen Zweck, einen Sinn
setzt. Da der Autor auch die Frage nach dem Warum
für die Menschheit eigentlich nicht beantwortet,
kann er sich sicherlich mit Nietzsches Vorgehen
des Ausklammerns dieser Frage im Bezug auf das
Leben des einzelnen Menschen anfreunden.
Ob der Autor das Leben wie Hesse als
"sinnlos, grausam, dumm" bezeichnen
würde, darf bezweifelt werden, da er - ähnlich
wie Nietzsche - seine Ausführungen mit einem
trotzigen "warum nicht" beendet. Er
wird aber wahrscheinlich mit dem "dennoch
prachtvoll" und der Aufforderung Hesses, die
Sinnlosigkeit der Natur zu einem Sinn zu zwingen,
übereinstimmen.
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Aufgabe 7: (3 Punkte)
Kommentiere bitte die Auffassung des Autors. |
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