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Schul-
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2008/
2009

Ergebnisse

Vorgabe: Wenn von "Liebe" in den folgenden Aufgabenstellungen gesprochen wird, dann ist damit die Liebe eines Menschen zu einem oder mehreren anderen Menschen gemeint. Weder die Liebe zu sich selbst, die Liebe zu Aktivitäten, die Liebe zu Einstellungen, die Liebe zu Tieren oder die Liebe zu Sachen ist zu betrachten.
 
Aufgabe 1: (10 Punkte)
Ist Liebe ein Gefühl?
Ja, aber noch mehr. Es entsteht eine positive Aufregung, wenn man mit dem/der Geliebten zusammen ist. Man fühlt sich zum/zur Geliebten hingezogen. Liebe beeinflußt unsere Stimmungen (z. B. wenn man eine Person liebt, diese die Liebe aber nicht erwidert, wird man traurig). Liebe ist das stärkste Gefühl, zu dem der Mensch fähig ist.

Eine alternative Auffassung:
In der Phase der Verliebtheit ist es ein Gefühl. Schwindet nach und nach die Verliebtheit und verstärkt sich die Liebe, dann entwickelt sie sich zu einer Entscheidung/Einstellung. Würde sich eine Ehe nur auf Gefühlen aufbauen, dann würde sie in schwierigen (schlechten) Zeiten sofort zerbrechen.

 
Aufgabe 2: (10 Punkte)
Ist Liebe eine Menge von Aktivitäten?
Ja, aber noch mehr. Das besondere an diesen Aktivitäten ist, daß man sie nur mit dem/der Geliebten ausführt. Ohne entsprechende Aktivitäten kann der/die Geliebte nicht erkennen, daß die Liebe besteht.

Beispiele: Blicke zuwerfen, Berührungen, Kuscheln, Küssen, Sex haben, geistiges Ineinanderverschmelzen, wortloses Verständnis, an den/die Geliebte(n) denken, von dem/der Geliebten träumen, soviel gemeinsame Zeit miteinander verbringen wie möglich, genießen der "Zweisamkeit"

 
Aufgabe 3: (10 Punkte)
Gibt es einen Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit?
Ja. Verliebtheit bildet den Anfang. Liebe geht tiefer. Liebe ist, wenn man für einander sterben würde. Verliebtheit ist nichts ernstes. Man würde für seine(n) Partner/in nicht wirklich alles machen.
 
Aufgabe 4: (10 Punkte)
Wie verhält sich die Liebe zu Zuneigung, Freundschaft und Ergebenheit?
Wahre Liebe ist mehr als alles andere zusammen. Zuneigung kann man schnell zu jemandem empfinden. Sie gründet auf Sympatie. Eine gewisse Ergebenheit gehört zur Liebe, aber nur insoweit, daß man sich nicht vollständig seinem Partner hingibt.

Zum Verhältnis zwischen Freundschaft und Liebe gibt es zahlreiche Aphorismen. Eine Auswahl.

 
Aufgabe 5: (10 Punkte)
Lieben wir den Körper der/des Geliebten oder ihre/seine Seele?
Wir lieben beides: Den Körper, weil er Freude bereitet; die Seele, weil sie das wichtigste ist, da sie den Charakter und die innere Schönheit widerspiegelt.
"Das Aussehen entscheidet, wer zusammenkommt, aber der Charakter entscheidet, wer zusammen bleibt."
 
Aufgabe 6: (10 Punkte)
Ist Liebe eine kosmische Kraft oder ein naturgesetzlicher Mechanismus (Fortpflanzungstrieb)?
Das Schicksal entscheidet, wer zusammen gehört und entfaltet ein Band der Liebe zwischen zwei Menschen. Und dann erst kommt meistens die Biologie mit ihrem natürlichen Mechanismus. Aber letztlich sorgt die Liebe für die Erhaltung der Art, der Menschheit.
 
Aufgabe 7: (10 Punkte)
Ist Liebe Besitzstreben oder ein Geschenk an die/den Geliebten?
Wahre Liebe ist ein Geschenk, weil jeder froh sein muß, trotz seiner Fehler, die jeder besitzt, geliebt zu werden. Besitzstreben und Liebe schließen sich eigentlich aus. Allerdings kann Eifersucht dazu führen, daß man den/die Geliebte(n) besitzen möchte. Man beschenkt sich sogar selbst!

Interessant: Wer den/die Geliebte(n) besitzen möchte, ist egoistisch und eigentlich dem/der anderen gegenüber gefühlskalt.

Und: Liebe ist so etwas wie Habgier: Man möchte den/die Geliebte(n) für sich allein haben und mit niemandem teilen.

 
Aufgabe 8: (10 Punkte)
Ist die Wahl der/des Geliebten ein Spiegel unserer eigenen Persönlichkeit?
Ja, denn was man an sich selbst nicht mag, mag man an anderen noch weniger. Vgl. die Auffassung von José Ortega y Gasset.

Nein, denn es gibt völlig verschiedene Charaktere, die sich lieben. Man sagt doch auch: "Gegensätze ziehen sich an."

Allerdings sagt man auch: "Gleich und gleich gesellt sich gern."

 
Aufgabe 9: (10 Punkte)
Sind es die Wertschätzungen unserer Familie, unseres Umfeldes oder unserer Kultur, die uns bestimmte Personen als Geliebte(n) auswählen lassen?
Alle genannten Faktoren besitzen bei der Partnerwahl eine große Rolle.

Vielfach ist man bestrebt, daß die Familie den/die Partner/in zumindest akzeptieren kann. Außerdem gibt es Kulturkreise, in denen die Partner von den Familien ausgewählt werden.

Vom Umfeld hängt es ab, wen man überhaupt kennen lernen kann, unter denen man dann auswählen kann.

Gleiche Kulturkreise erleichtern meistens die Beziehung anzubahnen und einzugehen. Außerdem gibt es Kulturen, in denen die Verbindung zu Mitgliedern anderer Kulturkreise geradezu verboten ist.

 
Aufgabe 10: (10 Punkte)
Ist die Liebe ein segensreiches Geschenk oder eher eine Gefahr für die Seelenruhe?
Beides.

Durch die Liebe erfährt man vieles Wertvolle. Sie ist daher ein segensreiches Geschenk.

Andererseits: Liebe ist ein Spiel mit dem Feuer. Sie verschafft einem Freude, Zufriedenheit und Spaß; die Wärme läßt einen sich wohlfühlen, aber man kann sich auch daran verbrennen.

 
Aufgabe 11: (10 Punkte)
Verschafft die Liebe dem Menschen Glück oder Schmerzen?
Beides.

Man muß beide Gemütslagen erfahren haben, um überhaupt sicher sein zu können, daß man liebt und nicht nur Zuneigung o. ä. verspürt.

Andererseits macht Liebe allein auch nicht glücklich, so wie alles Erstrebenswerte im Leben allein nicht glücklich macht, weil nur die Vielfalt in Maßen genossen wahres Glück bedeutet. Befindet man sich in einer solch glücklichen Lebensphase, dann zerstört jede Störung dieses Gleichgewichts das Glück. Und jede Andeutung einer möglicherweise auftretenden Störung kann einen ähnlichen Effekt erzielen (z. B. die Sorge, den/die Geliebte(n) zu verlieren). Das stört nicht nur die Seelenruhe, sondern kann auch zu Schmerz führen.

 
Aufgabe 12: (10 Punkte)
Kann man lieben lernen?
Ja, denn durch Erfahrungen "reift" die Liebe - vor allem dann, wenn man nach der Phase der Verliebtheit die Eigenschaften der Liebe entdeckt.

Vgl. die Auffassung von Erich Fromm.

Fragen karlheinz@luk-korbmacher.de