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2008/
2009

Ergebnisse

Aufgabe: Interpretiere folgende Geschichte unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Unterrichts über das Glück.
Eine Legende vom Glück

Es war einmal ein Ehepaar, das lebte glücklich irgendwo. Die beiden liebten sich, teilten Freude und Leid, Arbeit und Freizeit, Alltag und Sonntag miteinander. Über Jahre lebte das Ehepaar in diesem Glück, bis eines Tages...

Eines Tages las das Ehepaar miteinander in einem alten Buch. Es las, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berührten. Dort gebe es das große Glück.

Das Ehepaar beschloß, diesen Ort zu suchen. Es wollte nicht umkehren, bevor es das große Glück gefunden hätte. Das Ehepaar durchwanderte nun die Welt. Es erduldete alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt mit sich bringt.

Sie hatten gelesen, an dem gesuchten Ort sei eine Tür, man brauche nur anzuklopfen, hineinzugehen und schon befinde man sich beim großen Glück.

Endlich fand das Ehepaar, was es suchte. Die beiden klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete.

Und als sei eintraten, blieben sie sofort erstaunt stehen. – Sie standen in ihrer eigenen Wohnung.

Die Wohnung war so, wie sie sie verlassen hatten. Nein, nicht ganz! Da gab es eine neue Tür, die nach draußen führte und jetzt offenstand.

Da begriffen sie.

in Anlehnung an eine Legende von Jörg Zink, nach: Wegsuche. Erfahrungen aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, hrsg. von der Katholischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen im Erzbistum Paderborn, http://www.eheberatung-paderborn.de/aktuelles/dokumente/leseheft.pdf, 2009-01-25

Gedanken zur obigen Legende:
  • Im Sprichwort heißt es: "Jeder ist seines Glückes Schmied". Das bedeutet, daß jeder etwas für sein Glück tun muß.
  • Man findet das Glück nur bei sich selbst.
  • Man muß selbst heraus finden, was einen glücklich macht. Dazu muß man sich selbst - vor allem seine Persönlichkeit - erforschen.
  • Oft merkt man erst, wie glücklich man ist, wenn man das Glück verliert. Deshalb sollte man bei Unzufriedenheit zunächst prüfen, ob man nicht doch glücklich sein könnte. Denn das Glück liegt oft sehr nahe.
  • Jeder versteht unter "Glück" etwas anderes. "Glück" ist individuell.
  • Das Glück ist eine offene Tür zum Leben.
  • Das Ehepaar ist zwar glücklich, aber trotzdem lassen sie sich verleiten, (noch mehr) Glück zu suchen.
  • Die Suche "öffnet" jedoch neue Wege, macht das Leben aufregender, spannender.
  • Andererseits kann die Suche gerade dazu führen, daß man das Glück verliert.
  • Begibt man sich auf die Suche, dann ist selbst dann, wenn sich herausstellt, daß man eigentlich bereits vor Antritt der Suche glücklich war, nicht mehr alles so, wie es vor Antritt der Suche war. Die Suche verändert in jedem Fall.
  • Das Glück im Sinne von Zufallsglück läßt sich nicht beeinflussen.
  • Trotzdem steht "Glück" jedem Menschen offen, d. h. jeder Mensch kann glücklich werden.
  • Man muß dazu allerdings über Lebenswillen, Mut, Kraft und Freiheit verfügen.
  • "Glück" muß nichts "Großartiges" sein. Es kann aus dem alltäglichen Leben - wie bei dem Ehepaar - entstehen.
  • "Glück" kann schnell vergehen. Es ist aus der Sicht der Glücklichen nicht von Dauer, weil man sich an das Glück gewöhnt hat und es dann für selbstverständlich nimmt.
Fragen karlheinz@luk-korbmacher.de