Aufgabe 1: (10 Punkte)
Nenne die (wichtigsten) Aufgaben und Ziele der
Europäischen Zentralbank. |
Aufgaben:
- Versorgung der Euro-Zone mit
Zentralbankgeld
- Durchführung der Geldpolitik
- (Banken-Aufsicht)
- (Abwicklung des internationalen unbaren
Zahlungsverkehrs)
Ziele:
- Sicherung der Geldwertstabilität
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Aufgabe 2: (6 Punkte)
Erläutere die Fishersche
Verkehrsgleichung. (Was wird dargestellt?) |
| Die Fisher'sche Verkehrsgleichung
lautet: Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit des
Geldes = allgemeines Preisniveau * Handelsvolumen
Auf der linken Seite der Gleichung wird die Summe aller Zahlungen
in der betrachteten Periode dargestellt.
Auf der rechten Seite der Gleichung wird der
Wert der in der betrachteten Periode gehandelten Güter
dargestellt.
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Aufgabe 3: (8 Punkte)
Beurteile die Aussagekraft der
Quantitätstheorie, die etwa in der
Fisherschen Verkehrsgleichung zum Ausdruck
kommt, vor dem Hintergrund der Definitionen der
einzelnen Variablen. |
Da keine der Variablen exakt
gemessen werden kann, ist die Aussagekraft der
Quantitätstheorie äußerst beschränkt. Das
dürfte nicht zuletzt der Grund dafür sein, daß
die Ziele der Geldpolitik praktisch nicht
erreicht werden.
- Über eine einheitliche Definition der Geldmenge
streiten sich die Gelehrten.
Minimalkonsenz sind die Geldmengen M1 bis
M3, die jedoch nur einen (kleinen) Teil
des nachfragewirksamen
Geldes widergeben (z. B.
werden keine ausgestellten und noch nicht
bezahlten Rechnungen darin einbezogen,
während die meisten Rechnungssteller
davon ausgehen, daß sie in der
vorgesehenen Zahlungsfrist über das
entsprechende Geld verfügen werden und
daher diese Summe in ihre Planung
zukünftiger Ausgaben und Einnahmen mit
einbeziehen).
- Die Umlaufgeschwindigkeit
des Geldes wird
üblicherweise mangels der Möglichkeit
der direkten Erfassung entsprechender
Werte anhand des
Volkseinkommens und der Geldmenge
abgeleitet. Beide benutzten Werte sind
nicht exakt meßbar, was dazu führt,
daß auch die Umlaufgeschwindigkeit des
Geldes bestenfalls ungenau ist.
- Das allgemeine
Preisniveau wird mit
Hilfe des Verbraucherpreisindex
(VPI) geschätzt. Da selbst die
Berechnung des VPI mit erheblichen
statistischen Problemen verbunden ist,
ist allein aus diesem Grunde die
Abschätzung des allgemeinen Preisniveaus
nicht korrekt. Schwerwiegender ist
vielleicht noch, daß durch die
Beschränkung auf den VPI das Preisniveau
für Zahlungen innerhalb des Sektors
Unternehmen nicht berücksichtigt wird.
- Das Handelsvolumen
wird üblicherweise durch das Volkseinkommen
(in verschiedenen Varianten) oder den
volkswirtschaftlichen Output ersetzt,
weil es selbst statistisch nicht erfaßt
werden kann. Beide Hilfsgrößen sind
statistisch nur eingeschränkt erfaßbar,
was dazu führt, daß auch die
Abschätzung des Handelsvolumens ungenau
erfolgen kann.
Für die Anwendung der Quantitätstheorie
sprechen daher nur zwei eher fragwürdige
Gründe:
- Es gibt keine andere Theorie, die Geld
und Realwirtschaft in Verbindung bringt.
- Die Fehler, die gemacht werden, werden in
gleicher Weise bei jeder Bestimmung der
Gleichung gemacht, was die Hoffnung
nährt, daß sich die Fehler in der
konkreten Finanz- und Wirtschaftspolitik
nicht auswirken.
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Aufgabe 4: (8 Punkte)
Beschreibe das Prinzip der multiplen
Giralgeldschöpfung. |
| Die Geschäftsbanken verleihen
bis auf die sogenannte Bar-Reserve,
die in ihren Kassen gehalten werden muß, weil
ihre Kunden einen Teil ihres Geldes immer noch
als Bargeld verwenden, und die zwangsweise bei
der Europäischen Zentralbank hinterlegte
Mindestreserve die Guthaben ihrer Kunden als Kredite
an andere Kunden und schaffen so zusätzliches Geld.
Dieser Prozeß
wiederholt sich für jeden
Kunden, der ein Guthaben bei einer Geschäftsbank
unterhält, weshalb von multipler Geldschöpfung
gesprochen wird. |
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Aufgabe 5: (6 Punkte)
Interpretiere
die nachfolgende Grafik. Welche Folgen für die
gesamte Wirtschaft sind zu erwarten?
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| Dargestellt wird die Höhe des Geldschöpfungsmultiplikators
für M1 (= Bargeld und Sichteinlagen) von 1985
bis 2009. Es zeigt sich eine deutlich fallende Tendenz.
Während in der zweiten Hälfte der 80er Jahre
des 20. Jahrhunderts noch aus jeder hinterlegten
Geldeinheit etwa drei Geldeinheiten Kredit
gewährt wurden, werden im Jahre 2009 nicht einmal mehr Kredite
in gleicher Höhe wie die Einlagen gewährt.
Das bedeutet zunächst, daß die Geldschöpfung
durch die Geschäftsbanken kontinuierlich
verringert wurde und daher die Geldmenge M1 in
immer geringerem Maße ausgeweitet wurde.
Gründe
dafür könnten sein:
- eine geringere
Kreditnachfrage (etwa
aufgrund hoher Zinssätze, zu geringer
Gewinnerwartungen der Unternehmen,
unsicherer Einkommenserwartungen der
privaten Haushalte, Beschränkung der
Staatsausgaben wegen zu großer
Haushaltsdefizite)
- oder strengere
Sicherheitsauflagen der
Geschäftsbanken bei der Vergabe von
Krediten.
Folgen könnten sein:
- eine Deflation
- eine sinkende
Nachfrage
- weniger
Investitionen
- mehr
Arbeitslose
- weniger
Steuereinnahmen.
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Aufgabe 6: (4 Punkte)
Was ist eine Deflation? |
| Deflation ist eine nachhaltig geringere
gesamtwirtschaftliche Nachfrage im Vergleich zum
gesamtwirtschaftlichen Angebot. |