| Kategorisierung | interne Sicherung | programmierte Sicherung | Softwaresicherung |
Zur Vermeidung von Eingabefehlern, integrieren Software-Entwickler wo immer es nur möglich ist Plausibilitätsprüfungen in den Programmen. Unmittelbar nach einer Eingabe wird versucht, diese Eingabe auf logische Fehler zu untersuchen. So kann z. B. bei einer Datumseingabe das Programm die Anzahl der Tage des jeweiligen Monats usw. prüfen. Bei der Eingabe des Geburtsdatums für einen neuen Mitarbeiter kann das Programm sogar prüfen, ob die eingegebene Jahreszahl vernünftig ist und nicht etwa das Tagesdatum eingegeben wurde. In ähnlicher Weise können Mengen-, Preis-, Gewichtsangaben usw. überprüft werden.
Der Software-Entwickler legt fest, nach welchen Regeln jedes einzelne Eingabefeld bzw. das gesamte Eingabeformular geprüft werden soll. Die Plausibilitätsprüfung kann einfache Abfragen ausmachen oder komplexere Zusammenhänge betreffen, die mehrere Eingabefelder in die Überprüfung einbeziehen.
Einige Möglichkeiten:
Single-Choice- und Multiple Choice-Eingaben
Bei Ankreuzfeldern wird angegeben, ob eine oder mehrere Auswahlmöglichkeiten angekreuzt werden können. Soll in einer Umfrage eine Schulnote von 1 bis 6 vergeben werden, so ist es unsinnig, wenn gleichzeitig 3 und 5 angekreuzt sind.
Muß gefüllt sein"
Manche Angaben sind elementar wichtig. Fehlen sie auf einem Formular, kann das Formular nicht weiterverarbeitet werden. Beispiel: Auf einem Bestellschein fehlt die Kundennummer. Ohne die Kundennummer kann der Datensatz später nicht automatisch weiterverarbeitet werden. Anderes Beispiel: Fehlt die Unterschrift auf einem Auftragsformular, darf der Auftrag nicht automatisch freigegeben werden (je nach Branche würde man dies eventuell von einem Bestellwert abhängig machen, der in einem anderen Feld kodiert ist).
Wertebereiche
Wenn Wissenschaftler Angaben, z. B. die Körpertemperatur eines Probanden, erfassen, wäre es sinnvoll, die Werte zu prüfen, ob sie in einer Zone von 35°C bis 43°C sind. Es wäre sinnvoll, zu prüfen, ob eine Jahreszahl für die Kreditkartengültigkeit zwischen 1996 und 1999 liegt. Es wäre sinnvoll, zu prüfen, ob eine Monatszahl zwischen 1 und 12 liegt. Ein Preis darf nie negativ sein oder die Summe von 99.999,99 DEM nicht überschreiten. Usw. usw. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wenn der Eintrag in einem Feld nicht dem vorgegeben Wertebereich entspricht, wird eine entsprechende Fehlermeldung ausgegeben.
Wörterbücher und Datenbank-Look-up
Oft ist die Anzahl möglicher Einträge in ein Datenfeld begrenzt. Wenn bekannt ist, welche Einträge in einem Datenfeld stehen dürfen, kann der Feldinhalt mit einer Liste der möglichen Feldinhalte verglichen werden. Dazu gibt es zwei unterschiedliche Verfahren, die auch jeweils unterschiedliche Ziele verfolgen.
Datenbank-Look-up: Hinter einem Feld z. B. Artikel-Nummer" wird ein Verweis auf eine Datenbank festgelegt. Das Programm schaut dann nach, ob der gelesene Wert in der Datenbank zu finden ist. Wenn die Artikelnummer nicht bekannt ist, wird eine Fehlermeldung am Bildschirm angezeigt und die weitere Bearbeitung gestoppt. Der Datenbank-Look-up ist also eine reine Prüfung, ob ein Feldinhalt in einer Datenbank vorhanden ist.
Wörterbuch: Wird zu einem Datenfeld ein Wörterbuch definiert, so schaut das Programm nach, ob der gelesene Wert in etwa" im Wörterbuch vorhanden ist. Wie bei der intelligenten Rechtschreibkorrektur eines Textverarbeitungssystems versucht das Programm dann den bestmöglichen Treffer" auszuwählen. Wahlweise kann festgelegt werden, ob der Wörterbuchvorschlag ohne Warnung" übernommen oder eine entsprechende Warnung ausgegeben werden soll. Das Wörterbuch unterstützt also die Erkennungsalgorithmen. Typische Beispiele für Wörterbücher wären Datenfelder wie Bundesland", wo dann Remen" zu Bremen" und Fanburg" zu Hamburg" wird. Ein anderes Beispiel, wo das Programm anhand der Anzahl der Buchstaben die richtige Eingabe errät, wäre das Feld Geschlecht", wo der Wissenschaftler male" und female" eintragen darf. Hier macht es Sinn, die erkennungsunterstützende Eigenschaft von Wörterbüchern auszunutzen.