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Skala des Glücks |
| Prak- tische Philo- sophie |
Zur Einleitung in das Thema
fertigte jeder - ohne Rücksicht auf anerkannte
Definitionen des Begriffs "Glück" - seine
persönliche Skala
des Glücks an.
Die Aufgabenstellung war meistens bereits ohne nähere Beschreibung eindeutig: Es sollte eine Kurve gezeichnet werden, die Phasen relativen Glücklichseins und relativen Unglücklichseins seit der Geburt in ihrer Höhe der Intensität des Gefühls entsprechend um die Mittelachse herum darstellt. Zunächst sollten weder Jahreszahlen noch besonders herausgehobene Ereignisse gekennzeichnet werden. Das blieb einem zweiten Schritt vorbehalten. Ziel der Aktion war, jeden Beteiligten dazu zu bewegen, sich seine eigene Lebensgeschichte zu vergegenwärtigen und in den Zusammenhang mit dem Thema zu stellen. Keinesfalls sollten Lebensgeschichten oder Teile davon erfragt und der Gruppe dargebracht werden. Die Ergebnisse blieben also anonym. Ein Problem wurde während der Bearbeitung häufiger genannt: Es erwies sich als schwierig, eine Lebensphase dem Glücklichsein bzw. dem Unglücklichsein eindeutig zuzuordnen, da eigentlich in jeder Lebensphase Momente gegensätzlicher Einschätzungen auftreten, d. h. daß während einer Phase relativen Glücks Ereignisse auftraten, die einen Tiefpunkt darstellen und umgekehrt. Nebeneffekt der Aktion war, daß den Kurvenverläufen intuitiv oft keine äquidistante Zeiteinteilung zugrunde gelegt wurde, so daß bestimmte Lebensphasen überproportional großen bzw. kleinen Raum in der Darstellung beanspruchten. Wer davon betroffen war, wurde mit der Frage entlassen, festzustellen, ob regelmäßig Glücks- oder Unglücksphasen über- oder unterproportional bewertet werden und warum diese gefühlsmäßige Über- bzw. Unterbewertung der entsprechenden Lebensphasen auftritt. [Zu diskutieren wäre dann: Gibt es "Glückspilze" bzw. "Pechvögel", Optimisten bzw. Pessimisten? Hat die Einschätzung nicht etwas mit der persönlichen Einstellung zum Leben zu tun?] |
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