Schul-Sachen-Verteilerseite Nachdenken über die Antworten auf die Frage,

"warum leben wir Menschen?"

Prak-
tische
Philo-
sophie
Mit René Descartes (1596 - 1650) und Augustinus von Hippo (354 - 430) konnten wir festhalten, daß wir Menschen leben. Wir müssen, wie Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) meint, "nur" noch einen Sinn in unserem Leben finden. Ähnlich sieht das Jean-Paul Sartre (1905 – 1980), der sogar die Existenz eines Gottes abstreitet.

Unsere Frage ("Warum leben wir Menschen?") ist aber viel tiefgreifender: Wir suchen nicht nur einen Sinn im Leben, denn das setzt voraus, daß Leben existiert, sondern wir fragen sogar nach dem Warum der Existenz!

Prak-
tische
Philo-
sophie
Mehrfach wurde als Begründung der Wille Gottes genannt, so wie es bereits z. B. Zenon von Kition (ca. 336 - 264 v. Chr.) tat. Zumindest ist es nach dieser Auffassung kein Zufall, daß wir Menschen leben. Häufig war diese Nennung mit der Erklärung verbunden, daß der Zweck (oder Sinn) des Lebens der der Prüfung - wohl des individuellen Lebenswandels - im Hinblick auf (meistens durch Religionen) vorgegebene Regeln sei, wobei das Böse zu bekämpfen sei. Verbunden war diese Auffassung im Einzelfall damit, daß jeder (!) eine "Mission" zu erfüllen habe und wenn er in seinem Leben diese "Mission" nicht erfüllen könnte, würde seine Wiedergeburt - sogar als ein anderes Lebewesen als ein Mensch - notwendig, bis die "Mission" erfüllt ist.

Eine solche "Mission" könnte sein, das innere ICH zu ergründen. Wir lernen uns im Laufe unseres Lebens - wenn wir aufmerksam sind - selbst kennen. Mit unseren Erfahrungen "wachsen" wir an uns selbst und "reifen" zur Person, als die wir vom Grunde her nach der Geburt bereits anlegt waren. Aber wir müssen uns während unseres Lebens auf eine "Reise zu uns selbst" begeben.


Als weiterer Grund für die menschliche Existenz wurde mehrfach die Evolution genannt. Nach dieser Vorstellung ist im Laufe der Entwicklungsgeschichte der Erde das Lebewesen Mensch (wahrscheinlich durch natürliche Selektion) entstanden.


Oder befinden wir uns als "Versuchskaninchen" mitten in einem gigantischen Experiment "höherer Wesen"?


Vielfach konnte keine Begründung angeführt werden, trotzdem entdeckten wir verschiedene Umstände, die dazu führen, einen Sinn im Leben zu erkennen. Dazu gehören

  • Verantwortung für andere zu übernehmen oder übernehmen zu müssen, etwa als Mutter oder Vater für die eigenen Kinder. Das kann sogar so weit gehen, daß jemand für sich selbst keinen Sinn mehr im Leben sieht, aber andere ihm soviel bedeuten, daß er allein deshalb weiter lebt.
  • Erhaltung der Art, d. h. die Menschheit soll auch in Zukunft existieren ("Gehet hin und mehret Euch!"), wobei wir noch nicht endgültig entscheiden konnten, ob es überhaupt Sinn macht, die Menschheit zu erhalten, oder ob dieses Verhalten lediglich das von Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) beschriebene sinn- und zwecklose endlose Streben der "Natur" nach Was-auch-immer ist und das, obwohl wir Menschen alles daran zu setzen scheinen, die Welt unbewohnbar zu machen.
  • Anhäufen materieller Güter, obwohl das andererseits mit überwiegender Mehrheit als Sinn des Lebens abgelehnt wurde.
  • Lieben, wobei wir drei Ebenen entdeckten: andere lieben, sich selbst lieben und geliebt werden.
    Aus der Liebe der Menschen untereinander entstehen Moral und Harmonie.
  • Leisten mußten wir uns näher verdeutlichen und kamen überein, daß es wohl die Aspekte Arbeiten, Lernen, Helfen und Erziehen umfaßt.
  • Pflegen kann man die Umwelt, andere Menschen, soziale Kontakte, Freundschaften und sich selbst.
  • Sterben könnte als "Platz machen für andere" aufgefaßt werden; dahinter verbirgt sich die Theorie, daß es ähnlich wie bei der insgesamt gleichzeitig verfügbaren Energie auch bei der insgesamt gleichzeitig verfügbaren Biomasse eine unveränderliche Menge gibt, die auf die verschiedenen Erscheinungsformen der Biomasse (Pflanzen, Tiere, Menschen) verteilt werden kann, so daß nur durch das Sterben einer Erscheinungsform der Biomasse eine neue Erscheinungsform entstehen kann und dadurch die Natur erhalten und weiterentwickelt werden kann.
  • Sterben könnte auch als "Übergang in eine andere Existenz-Form" aufgefaßt werden; dahinter verbirgt sich die Vorstellung von der Unsterblichkeit der "Seele", die auf Platon (428/427 - 348/347 v. Chr.) zurückgeht. Die "Seele" eines Menschen kennt danach kein Werden und kein Vergehen - nur der Körper, den die "Seele" bewohnt und belebt, ist diesen Erscheinungen unterlegen. Das Leben ist daher nur eine Phase in der Existenz der "Seele" in einer besonderen Form. Warum diese Phase durchlaufen werden muß, begründet Platon allerdings nicht.

Aber: Vielleicht ist das Leben ansich sinnlos und der Sinn des Lebens besteht darin, daß wir einen Sinn im Leben suchen.

E-Mail karlheinz@luk-korbmacher.de