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"Sind Tiere Lebewesen mit einem Geist? Denken sie? Haben sie Bewußtsein? [Besitzen Tiere Gefühle?] Was unterscheidet den Menschen vom Tier? In der gegenwärtigen Philosophie des Geistes existiert eine Reihe von Ansätzen, die solche Fragen aufgreifen, sie aus unterschiedlichen methodischen Perspektiven erörtern und zu kontroversen Antworten gelangen. Dabei wird deutlich, daß die Tiere einen Testfall für Theorien des Geistes darstellen, denn am Beispiel der Tiere zeigt sich, wie tragfähig solche Theorien sind, welche Phänomene sie zu erklären vermögen und bis zu welchem Grad sie unseren unterschiedlichen Intuitionen gerecht werden. [... Deshalb ...] ist es ratsam, nicht von vornherein eine Kluft zwischen Tieren und Menschen aufzureißen und den Tieren prinzipiell einen Geist abzusprechen. Die entscheidende Frage sollte nicht lauten, ob Tiere einen Geist haben, sondern welche Art von Geist sie haben."

aus: Dominik Perler/Markus Wild (Hrsg.): Der Geist der Tiere. Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, Frankfurt am Main 2005, S. 2 und 73 f.

Wird diese Auffassung ernst genommen, so drängen sich ethische Fragen im Umgang der Menschen mit den Tieren auf wie z. B. das Halten von sogenannten Haustieren, das Heranziehen von Tieren zu Arbeiten, die Rechtfertigung des Tötens von Tieren zwecks Nahrungsmittelerwerbs oder der Durchführung von Tierversuchen.

In jedem Falle dürften Meinungen wie sie Aristoteles (384 - 322 v. Chr.), René Descartes (1596 - 1650) oder Nicolas Malebranche (1638 - 1715) vertraten nicht akzeptabel sein. Ähnlich verhält es sich mit der Position von Roger Scruton (* 1944).

Deshalb trugen wir zunächst Erlebnisse mit unseren Haustieren (oder anderen Tieren) zusammen, die den Aussagen gerade von Nicolas Malebranche und Roger Scruton (offensichtlich oder scheinbar) widersprechen:

  • Tiere besitzen keine Intelligenz:
  • Tiere besitzen keine Seele:
  • Tiere fressen ohne Vergnügen:
    Muffel und Nudeln
  • Tiere schreien ohne Schmerz:
  • Tiere wachsen, ohne es zu wissen:
  • Tiere wünschen nichts:
    Nunu und Anstupsen
  • Tiere fürchten nichts:
    Muffel und Einstein
  • Tiere wissen nichts:
  • Tiere sprechen nicht:
    Muffel war beleidigt, Muffel führt Nunu
  • Tiere besitzen kein Bewußtsein von sich selbst:
    Muffel lehrt Nunu unbekannte Treppen steigen
  • Tiere unterscheiden nicht zwischen dem Selbst und dem Anderen:
    Muffel unterscheidet Herrchen und Frauchen
  • Tiere entwickeln keine Vorstellung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft:
    Tobie als Welpe
  • Tiere entwickeln keine Vorstellung vom Möglichen, vom Unmöglichen und vom Wirklichen:
    Nunu und ein zu hohes Ufer
  • Tiere treffen keine Unterscheidung zwischen der Welt, wie sie wirklich ist und wie sie erscheint:
  • Tiere treffen keine Unterscheidung zwischen den eigenen Interessen und Wünschen und denen anderer Menschen und Tiere:
    Luna straft Herrchen ab
  • Tiere treffen keine Entscheidung auf der Grundlage einer bewußten Beurteilung von Alternativen:
  • Tiere bewerten und kritisieren ihre Handlungen nicht gegenseitig:
    Graugänse beim Aufbruch in den Süden
  • Tiere üben keine Selbstbestimmung über ihr eigenes Leben aus:
  • Tiere respektieren das Selbstbestimmungsrecht anderer für deren Leben nicht:
  • Tiere sind für ihre Handlungen nicht verantwortlich:
    Muffel hat auf Nunu nicht aufgepaßt
  • Tiere legen Streitigkeiten nicht durch Dialoge bei:
  • Tiere folgen nicht dem Ruf der Pflicht:
    Muffel als Aufpasser von Nunu
  • Tiere übernehmen in Vertrauensangelegenheiten keine Verantwortung:
  • Tiere geben keinerlei Urteile ab:
  • Tiere besitzen kein Mitgefühl:
    Nunu und Frauchens Schmerzen
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