Leider wurde folgende Internet-Seite abgestellt:
  (Vermutlich handelt es sich um eine Übersetzung eines Berichts von Wendy Diaz.)
 

Schlaumeier

 

Hintergrundwissen

 

Emilia, eine Kleidernäherin aus Honduras erzählt:

"Vielleicht sind deine Jeans auch durch diese Nähmaschine gerattert, an der ich seit drei Jahren arbeite.
Damals war ich 11 Jahre alt und konnte froh sein, dass ich einen Arbeitsplatz bekommen habe, ohne vorher die Grundschule besucht zu haben. In meiner Nähfabrik, Global Fashion, gibt es etwa hundert Minderjährige wie mich. Als wir Hosen für die Marke Kathie Lee nähten, wurden wir gezwungen, fast jeden Tag von acht Uhr morgens bis neun Uhr abend zu arbeiten. Samstags arbeiten wir bis fünf Uhr nachmittags. Manchmal mussten wir die ganze Nacht arbeiten, bis halb sieben Uhr morgens. Die Mädchen in der Packabteilung haben fast immer solche Arbeitszeiten. Für eine Woche kriege ich höchstens 240 Lempiras, was etwa 25 Franken entspricht. Mit diesem Gehalt kann niemand überleben.
Wir werden bei Global Fashion sehr schlecht behandelt. Die Aufseherinnen und Aufseher brüllen und schreien uns an, dass wir schneller arbeiten sollen. Manchmal schmeissen sie Dir den Stoff ins Gesicht oder werden sogar handgreiflich. Und wenn du einmal die Tagesquote schaffst, erhöhen sie sie am nächsten Tag. In der Fabrik ist es heiss wie in einem Ofen. Die Toilette ist abgeschlossen, und man braucht eine Erlaubnis, um sie zu benutzen, und das geht auch nur zweimal am Tag. Während der Arbeit dürfen wir uns nicht unterhalten; wenn wir es trotzdem tun, werden wir bestraft. Sogar die schwangeren Frauen werden misshandelt. Sie schicken sie in die Bügelabteilung, wo sie in der fürchterlichen Hitze zwölf bis dreizehn Stunden im Stehen bügeln müssen. Damit zwingen sie sie zu kündigen, weil durch diese Arbeit die Füsse anschwellen. Wenn die Frauen es nicht mehr aushalten können, müssen sie aufhören. Auf diese Weise braucht die Firma dann keinen Mutterschutz mehr zu zahlen.
Manchmal fassen die Manager die Mädchen an. Sie tun so, als ob es witzig gemeint sei und grapschen uns an. Viele von uns würden gerne zur Abendschule gehen - aber wir können nicht, weil sie uns ständig zwingen, Überstunden zu machen. Wir sind weder krankenversichert, noch zahlt die Firma Krankengeld oder Urlaub.
Gringos von einem US-amerikanischen Unternehmen haben die Firma ein paar Mal besucht, aber sie haben nicht mit den Arbeiterinnen gesprochen. Die Aufseher akzeptieren auch keine Gewerkschaft. Jede, die mit einer zu tun habe, würde sofort gefeuert. Die Firma beschäftigt Spitzel, die über unsere Versammlungen berichten. Seit letztem November, als eine Gruppe von 40 Leuten anfing, sich zu treffen, hat die Firma bis auf fünf alle von uns rausgeschmissen.
Ich bin Waise. Ich lebe mit elf Leuten zusammen in einem Zimmer. Ich muss arbeiten, um drei kleine Brüder zu unterstützen.
Wenn ich mit Kathie Lee sprechen könnte, würde ich ihn bitten, uns zu helfen, die schlechte Behandlung zu beenden und dass wir einen gerechten Lohn erhalten."

Apropos (un)gerechter Lohn:

unterschiedliche Einkommen bei Nike

Tiger Woods,
Nike-Werbeträger
Arbeiterin in einer Sportschuhfabrik in Indonesien
Phil Knight,
Nike - Chef
55.555 Dollar pro Tag! 1 Dollar pro Tag geschätztes Vermögen von 5,8 Milliarden Dollar,
das sind bei 5 % Verzinsung rund 800.000 Dollar pro Tag an Zinsen
Quelle: http://www.solikids.ch/schlaumeier/www.nikewages.org
letztes Update: 30.04.2002