Alfred Bürgin (* 1927) erkannte in der "Soziogenese der Politischen Ökonomie", daß die Volkswirtschaftslehre eine "bürgerliche" Wissenschaft sei, deren historische Verwirklichung "... von einem zunehmenden Abstraktionsgrad der wirtschaftlichen Beziehungen [begleitet war], die immer mehr sich über Märkte abspielten. Der Markt wurde entscheidend und Entscheidungsinstanz. Die Ausrichtung auf den Markt, das Marktverhalten und die Marktbedürfnisse gerieten in den Vordergrund des Handelns und Analysierens. [... Die] ... Enthistorisierung der Ökonomie führt zur Dogmatisierung einer herrschenden oder vorherrschenden Theorie, die zugleich auch immer eine gesellschaftliche Position oder Ideologie markiert ..." [Quelle]

Zwar wird von fast allen Volkswirten die Wertefreiheit ihrer Wissenschaft betont und gefordert, weil "die Unmöglichkeit der (wissenschaftlichen) Begründung von Werturteilen" besteht, allerdings wird eingeräumt, "daß Sach- und Wertaussagen häufig miteinander verknüpft sind und häufig auch nicht einfach voneinander zu trennen sind ..." [Quelle]

Trotzdem können (politische und unternehmerische) Entscheidungsträger nach Meinung der Volkswirte von Volkswirten beraten werden, denn aus der Erklärung menschlichen Handelns können (bedingte) Prognosen erstellt werden und "mit solchen Prognosen wird Politikberatung möglich." [Quelle]