"Das Gesetz der Knappheit

Wären die wirtschaftlichen Hilfsquellen unbegrenzt, gäbe es auch keine wirtschaftlichen Probleme. Die Frage, was, wie und für wen produziert werden soll, würde nie gestellt. Jedes Gut könnte in beliebiger Menge produziert werden. Die menschlichen Wünsche könnten voll befriedigt werden. Unter diesen Umständen würde es auch gar nichts ausmachen, wenn von einer Ware zuviel produziert worden wäre. Ebensowenig würde es schaden, wenn man Arbeitskraft und Material unwirtschaftlich kombiniert hätte. Jeder bekäme trotzdem, was er wollte. Es wäre daher unerheblich, wie Güter und Einkommen auf die Glieder der Gesellschaft verteilt würden. [...]

In der Welt, wie sie wirklich ist, lernt schon das Kind, daß auf die Frage, was es von zwei Sachen haben will, die Antwort 'Beides' unzulässig ist."

aus: Paul A. Samuelson: Volkswirtschaftslehre. Eine Einführung, aus dem Amerikanischen [nach der dritten Auflage 1955] übertragen und eingeleitet von Dr. Wilhelm Hankel, Köln ²1955 [1958], S. 16 f.

Im Original:

"The Law of Scarcity

What to produce, How, and For Whom would not be problems if resources were unlimited: if an infinite amount of every good could be produced, or if human wants were fully satisfied, it would not then matter if too much of any particular good were produced. Not would it then matter if labor and materials were combined unwisely. Since everyone could have as much as he pleased, it would not matter how goods and income were distributed among different individuals and families. [...]

In the world as it is, even little children are supposed to learn in growing up that 'both' is not an admissible answer to a choise of 'which one'."

aus: Paul A. Samuelson: Economics. An Introductory Analysis, New York - Toronto - London ³1955, S. 15 f.