Schul-Sachen-Verteilerseite Kooperation und Koordination
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Jede arbeitsteilig organisierte Volkswirtschaft muß nach Paul A. Samuelson (1915 - 2009) drei Grundfragen beantworten:

Das sich hinter diesem Fragenkomplex verbergende Problem wird Allokation (von Ressourcen) und Distribution (von Gütern) genannt. In allen seit der Antike bekannt gewordenen arbeitsteiligen Wirtschaftssystemen ist dazu eine Koordination des Handelns der beteiligten Wirtschaftssubjekte notwendig. Und das wiederum macht eine wie auch immer geartete Kooperation unter den Beteiligten notwendig. Dabei können unabhängig von der, "[f]ür die Wirtschaftsordnung ... jeweils vorherrschende[n] und tragende[n] Idee ..., die zugleich Wertmaxime und damit leitende Vorstellung für alle ordnungspolitischen Maßnahmen und Mittel ist" [Quelle], Elemente ausgemacht werden, die trotz aller Abhängigkeit von dem jeweils vorherrschenden ordnungspolitischen Prinzip (dem Individual- oder dem Sozialprinzip) eine allgemeine Grundstruktur des Wirtschaftssystems bilden. Adolph Lowe (1893 - 1995) trennt deshalb einen "technologischen Kern" von der "sozialen Dimension" des Wirtschaftens.

Der technologische Kern des Wirtschaftens umfaßt die materiellen Mittel (= Naturstoffe und Naturkräfte), die immateriellen Mittel (= menschliche Energie und Zeit), das "praktische Wissen" über "... Maßnahmen, durch welche die natürlichen Rohstoffe physisch in gebrauchsfertige Erzeugnisse umgeformt werden [, also ...] die Transformation der Einsatzleistungen in Produktionserträge und die Verteilung und der Verbrauch der erzeugten Güter [, die ...] auf Naturgesetzen - Gesetzen, die das Wachstum der Pflanzen, die Aufzucht der Tiere und die handwerklich-maschinelle Technik regieren" [Quelle], beruhen.

Die soziale Dimension des Wirtschaftens macht sich hauptsächlich dadurch bemerkbar, "... daß jeder von allen abhängig ist." [Quelle] "Zwar ist für gewöhnlich jeder damit beschäftigt, irgendwelche Einsatzgüter in Produkte zu verwandeln. Dennoch erwartet er den größten Teil seiner Versorgung von der kombinierten Produktionstätigkeit vieler anderer. Die Hilfsquellen, auf die er angewiesen ist, erstrecken sich daher auf die materiellen und immateriellen Mittel [und das praktische Wissen] über die andere verfügen. Und so verlagert sich im Verlaufe fortschreitender Arbeitsteilung und Arbeitsvereinigung die Versorgungsaufgabe jedes Mitgliedes mehr und mehr von der »Formung von Dingen« zur »Manipulierung von Menschen«, wobei jeder einzelne darauf abzielt, seine Wirtschaftspartner zu veranlassen, diejenigen technischen Verrichtungen auszuführen, die ... seinen eigenen ... Zwecken dienen." [Quelle]

Koordination verlangt zunächst eine (gemeinsame) Zielsetzung. Häufig sind dazu komplexe Entscheidungsprozesse notwendig, die in besonderer Weise durch die vorherrschende Eigentumsordnung mit geprägt werden. Die angestrebte Zielerreichung setzt Planung voraus und zieht Kontrolle nach sich. Beides gelingt nur, wenn ein funktionsfähiges Informations- und Kommunikationssystem vorhanden ist. Wohlverhalten im Sinne der Planung muß mit (positiven) Sanktionen belohnt werden können. Es kann durch entsprechende Anreize (= Motivation) erleichtert werden. Fehlverhalten dagegen muß mit (negativen) Sanktionen bestraft werden können. [Quelle]

Realexistierende Koordinationssysteme sind:

Zur Beurteilung realexistierender Koordinationssysteme sollten jeweils mindestens folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer befindet sich durch die Anwendung dieses Koordinationssystems im Vorteil gegenüber anderen? Wie entsteht welcher Vorteil?
  • Wird jemand durch die Anwendung dieses Koordinationssystems benachteiligt? Wenn ja, wer? Auf welche Weise?
  • Sollten Bereiche (Güter) von der Anwendung dieses Koordinationssystems ausgeschlossen werden? Wenn ja, welche? Mit welcher Begründung?
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