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Abstraktion | |
| Methoden und Verfahren |
Unter Abstraktion wird gemeinhin der Prozeß verstanden, der aus dem konkreten Gegenstand [z. B. Ordner oder Sympathie] das Allgemeine, das allen ähnlichen konkreten Gegenständen innewohnende Gleiche herausfiltert.
Damit rückt die Abstraktion in die Nähe der Aggregation, ist aber doch ganz anders, weil sie die Verallgemeinerung von Eigenschaften konkreter Gegenstände anstrebt, während die Aggregation die Zusammenfassung einer unübersichtlichen Datenmenge zum Ziel hat. Unterschieden werden zwei Verfahren des Abstrahierens (vgl. Kleines Philosophisches Wörterbuch, Freiburg 1971):
Ohne hinreichende Abstraktion könnten keine Modelle konstruiert werden. Häufig bewegen sich einfache Modelle auf einem Abstraktionsniveau, das keine verläßlichen Folgerungen für die Realität mehr zuläßt. Deshalb folgen die Wissenschaftler dem Prinzip der abnehmenden Abstraktion und verbessern Schritt für Schritt die Axiome des Modells. Trotzdem ist und bleibt die Abstraktion
Welche Gefahren sich hinter diesen Eigenschaften der Abstraktion verbergen, wird deutlich, wenn das Verfahren der isolierenden Abstraktion betrachtet wird. Von isolierender Abstraktion wird gesprochen, wenn im Rahmen der Arbeit mit Modellen die sogenannte Ceteris-paribus-Klausel ("unter sonst gleichen Bedingungen") angewandt wird. Gesellschaftswissenschaftliche Modelle wären für die Erkenntnisgewinnung durch Ursache-Wirkungs-Analysen unbrauchbar, würde auf dieses Hilfsmittel verzichtet. Das Verfahren funktioniert so: Mit Ausnahme der betrachteten Komponente bleiben die übrigen Komponenten des Modells zu einem bestimmten Anfangszeitpunkt unverändert. Wird das System im folgenden Zeitpunkt erneut betrachtet, so ergeben sich in der Regel Veränderungen der übrigen Modell-Komponenten. Jede Veränderung dieser Modell-Komponenten, ist dann notgedrungen eine Wirkung der ursprünglichen Veränderung der einen betrachteten Komponente. Kann auf diese Weise ein kausaler Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Veränderung einer Komponente und deren Wirkung auf andere Komponenten zu einem späteren Zeitpunkt hergestellt werden, dann kann das Modell zu Prognosen und zu Handlungsanleitungen herangezogen werden. Da jedoch reale Gesellschaftssysteme in allen Komponenten ständigen Veränderungen unterliegen, können die vermeintlich kausalen Ursache-Wirkungs-Ketten zu Fehlhandlungen führen. |
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