Schul-Sachen-Verteilerseite Informationen sammeln
Methoden
und
Verfahren

Informationen über einen Gegenstand [z. B. Ordner oder Sympathie] liegen im Regelfall vielfältig medial aufbereitet vor. Arbeitserleichternd wäre es, wenn diese Informationen zentral gesammelt würden. Da das nicht der Fall ist, ist das Suchen und Finden von Medien, die entsprechende Informationen beinhalten, - auch Quellen genannt - mit Hilfe geeigneter Verfahren die erste Hürde, die im Prozeß der Informationssammlung zu überwinden ist.

Im zweiten Schritt sind die Quellen im Hinblick auf ihre Ergiebigkeit zur Erklärung des Gegenstands (= Begriffsbestimmung) auszuwerten:

  • Dabei ist vor allem der Wahrheitsgehalt der Quelle zu untersuchen. Unwahre Aussagen sind gar nicht so selten! Nicht immer werden sie in böser Absicht als sogenannte Desinformation verbreitet, sondern sind schlicht und einfach unbeabsichtigte Fehler (z. B. Schreibfehler) oder zwar landläufige Meinung, aber trotzdem falsch oder veralteter Wissensstand oder ein Zitat einer angeblich zuverlässigen Quelle oder eine fehlerhafte Interpretation bestimmter Tatsachen oder, oder, oder...

  • Häufig sind Aussagen ideologisch oder politisch gefärbt. Nicht immer wird dabei "dick aufgetragen", so daß die Absicht unmittelbar deutlich wird. Ideologien oder politische Auffassungen und Meinungen verbergen sich auch in Axiomensystemen, während die darauf aufbauenden Aussagen und Folgerungen in sich logisch und wertfrei erscheinen (z. B. basiert die Volkswirtschaftslehre, wie sie üblicherweise in unseren Schulen gelehrt wird, auf dem Ideal des homo oeconomicus. Aber niemand wird bestreiten können, daß real existierende Menschen vielfach nach anderen Kriterien entscheiden und handeln.).

  • Informationen werden nur dann verbreitet, wenn ihre Veröffentlichung einem Ziel dienlich ist.* Bei der Auswertung von Quellen ist diese Zielgerichtetheit von Informationen zu berücksichtigen, denn der Inhalt - d. h., das, was gesagt wird und vor allem das, was nicht gesagt wird - hängen unmittelbar von der Zielsetzung des Informanten ab.

  • "Gute" Informanten formulieren nicht einfach drauflos, sondern berücksichtigen bei der Formulierung ihre Adressaten. Das verlangt bei der Auswertung dann aber auch, diese Adressatenorientierung zu berücksichtigen, indem die Information unter Einbeziehen der Vorkenntnisse und Erfahrungen der Adressaten betrachtet wird.

  • Das alles geschieht jedoch stets aus der subjektiven Perspektive des Auswertenden. Der Auswertende bringt seinen Erfahrungshorizont in die Auswertung mit ein. Das bedeutet z. B., daß er auf andere Reizwörter reagiert als ein anderer, der die Quelle mit einem anderen Erfahrungshorizont analysiert, so daß beide der Quelle durchaus unterschiedliche Informationen entnehmen können. Der Auswertende wertet unter einer eigenen Zielsetzung aus und von ihr hängt - wie bei der Verbreitung von Informationen - entscheidend ab, welche Informationen einer Quelle entnommen werden und welche unterdrückt werden.

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